Internet World 2013 – ein Würstchen pro Lead

Persönliche Eindrücke von der Internet World 2013 (19.-20. März 2013 in München).

Klein war die B2B-Messe für E-Commerce und Online Marketing bestimmt nicht. Kein Wunder also, dass die 250 Aussteller (gefühlt waren es mehr) sich Mittel und Wege einfallen lassen mussten, die Besucher an ihre Stände zu bekommen.

Ein Würstchen pro Lead

Die Tricks der Aussteller, Besucher zu ihren Ständen zu locken, reichten von interessant bis absurd. Lockmittel waren unter anderem heiße Würstchen gegen Visitenkarte. Andere Snacks zirkulierten auch im Angebot. Nicht nur Liebe geht durch den Magen, Geschäft jetzt also auch? Häufig hatte die Promoaktion gar nichts mit dem Angebot gemeinsam. Teilweise war es sogar schwierig herauszufinden, was überhaupt angeboten wurde. Wenn eine Visitenkarte als Lead gilt, dann mochten sie zwar viele Leads generieren, aber garantiert keine qualifizierten Leads.

Cloud Computing mal süß

Ansprechender fand ich die Idee, mit Zuckerwatte auf einen Cloud-Anbieter aufmerksam zu machen. Hier gibt es immerhin einen thematischen Zusammenhang (Zuckerwatte = Wolke = Cloud). Bei einem „süßen“ Gespräch sind wir unter anderem auf den Sicherheitsaspekt von Cloud-Lösungen eingegangen. Zumindest bei diesem Anbieter, der auch Hochsicherheitsserver anbietet, wurde Sicherheit und Datensicherheit groß geschrieben – mit und ohne Cloud.

Shop-Lösungen und Bezahlsysteme divers

Die Internet World ist eine E-Commerce-Messe, also gab es natürlich auch viele Anbieter von Shop-Lösungen und Bezahlsystemen. Während manche Vertreter fachlich sehr gut informiert waren und das Gespräch eher ein Beratungsgespräch und nur unterschwellig ein Verkaufsgespräch schien, waren andere weder fachlich noch verkaufstechnisch auf der Höhe. Ihre Vorstellung von einem Messeauftritt waren anscheinend platt offensive Verkaufsgespräche, die an „aufschwatzen“ erinnerten. Mein Favorit war ein junger Mann, der mehrere sachliche Fragen von mir und meiner Begleiterin nicht beantworten konnte. Schließlich versucht er sich mit den Worten, „Aber was rede ich mit Ihnen, Sie haben ja gar keinen Shop“, herauszureden. Worauf wir kontern konnten, „Aber wir beraten Kunden, die Shops haben oder haben wollen.“

E-Mail-Marketing persistent

Es erstaunte mich etwas, dass es immer noch sehr viele Anbieter von E-Mail-Marketing-Lösungen gab. Wir kennen sie noch aus der Steinzeit des Internet-Marketings. Der Markt ist anscheinend noch lange nicht gesättigt. Die Anbieter, mit denen wir uns unterhalten hatten, stellten die Technologie und Abwicklung zur Verfügung, während der Datensatz vom Kunden kommen musste. Erfreulich war, dass die unterschiedlichen Anbieter keine Wunder versprachen und auch von vornherein auf die Gesetzeslage zum Verbraucherschutz und Datenschutz verwiesen.

Social Media und nett plaudern

Nach Kurzeinweisung in eine neue Facebook-App, plauderten meine Begleiterin und ich bei einer Tasse Kaffee über Social Media allgemein, Social Media für die Unternehmenskommunikation und Social Media Marketing. Dabei kristallisierte sich die Ansicht heraus, dass zwar alle über Social Media reden, der Wissensstand aber sehr unterschiedlich ist. So kann es manchmal herausfordernd sein, eine gemeinsame Basis in der Kommunikation zu finden. Eine Dame von Exact Targets verwies später auf die Studie „Marketer sind vom Mars“.

Wie immer auf einer Messe: Sobald zwei oder mehr Personen in ein Gespräch verwickelt sind, kommen andere potenzielle Interessenten hinzu. Was okay ist. Manchmal möchte man sich nur unverbindlich informieren oder einfach nur hereinschnuppern – vielleicht auch ohne gleich wieder die Visitenkarte zu hinterlassen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>